30 Rock Staffel 6 210x300 30 Rock Staffel 6 – Für US Medien Kenner

Ich schreibe unglaublich gerne über Serien, die in Deutschland kaum wahrgenommen werden, aber dennoch eigentlich von jedem gesehen werden sollten. Heute hab ich wieder so ein Exemplar: 30 Rock. Die Serie, die für mich zuerst nach einer Serie über das Leben einer Dreißigjährigen klang, dreht sich eigentlich um die NBC-Centrale am Rockefeller Plaza 30. Genauer um die Produktion der Comedyserie The Girly Show with Tracy Jordan – eine fiktive, live-übertragene Sketchshow des Senders. Ohne Konservenlacher kommt 30 Rock dabei aus und verbindet teilweise arg flache Witze mit einem unglaublich intelligenten selbstreferenziellen Humor.

30 Rock lebt nämlich auch in der sechsten Staffel vor allen Dingen von den vielen Anspielungen. Seien es Episoden, die eine Beziehung wie zwischen Batman und dem Joker auf die beiden Hauptcharaktere überträgt oder einzelne Elemente, mit denen die Serie den eigenen Sender, die Fernsehlandschaft und die ganze USA durch den Kakao zieht. Zum Beispiel das überzogene Zensieren von „bösen“ Wörtern im US-TV wird immer wieder aufgegriffen. Hinzu kommen viele Gaststars, die sich auch allesamt nicht zu ernst nehmen. Gerade in der live ausgestrahlten Episode hat man mit Stars wie Paul McCartney oder Jimmy Fallon nur um sich geworfen.

Was kann man da noch bemäkeln? Vielleicht, dass sich in der nunmehr 6. Staffel die Charaktere kaum weiterentwickelt haben. Die Rollen sind so klar wie eh und je. Ein großes Problem ist das allerdings nicht – tiefgründige Entwicklungen sind nicht unbedingt notwendig, wenn die Serie vieles von ihrem Reiz gerade durch die unendlich vielen Anspielungen und Kritiken an der Medienbranche und der US-Fernsehlandschaft. Sicherlich ein Grund, weswegen die Serie in Deutschland irgendwo in der Nacht des Spartenkanalnirvanas gelandet ist (genauer bei ZDF Neo) – wer die Anspielungen nicht versteht, wird auch an der Serie nicht besonders viel Spaß haben.