image1 300x199 Battlefield Hardline   Ein Krimi mit der Intelligenz eines Transformers Film

Ja, mein Artikel zum letzten Battlefield-Release strotzte nicht vor Lob. Battlefield Hardline konnte aber nun mit dem komplett neuen Setting meine Aufmerksamkeit zurückgewinnen. Dieses Jahr dürften wir nicht zum hundertsten Mal als Soldat in den Krieg ziehen – nun dürfen wir unter der Battlefield-Lizenz solide Polizeiarbeit erledigen. Als Polizist Nick Mendoza landen wir im Drogen-Millieu und dürfen über zehn Spielstunden seine Karriere mitverfolgen.

Leider wird man aus dem neuen Ansatz für EAs-Shooter-Franchise nicht so wirklich schlau. Ist dies nun ein Popcorn-Shooter, ein Polizeidrama oder ein Krimi – Battlefield Hardline will alles gleichzeitig sein und ist letztlich nichts von alledem. Dem für Battlefield typischen Überfluss steht das Setting schlichtweg im Weg. Sicherlich wird mehr geschossen als im typischen Polizistenalltag, aber Stellungskämpfe oder explodierende Hubschrauber kann man kaum einbringen. Zudem wird auch deutlich mehr Fokus auf das Erzählen der Story gesetzt. Gleich zu Beginn werden wir etwa zehn Minuten mit unserer Partnerin in ein Auto gesteckt und dürfen uns von den Grundlagen der Story berieseln lassen – für das Battlefield-Franchise eine ungewöhnliche Entschleunigung.

Insgesamt kann die Geschichte letztlich nicht über die gesamte Spielzeit tragen und enthält immer wieder Logiklücken. Das Paradebeispiel ist hier die Polizeimarke. Zücken wir im Angesicht von Kriminellen die Marke, geben diese sofort auf, heben die Hände und lassen sich festnehmen. Auf den ersten Blick eine tolle Idee, so auch ein “friedliches” Spiel zu ermöglichen, so wirklich logisch ist es allerdings nicht. Bis zu drei Gegner können wir so stoppen – der vierte schießt dann trotz Marke auf uns. Zudem ist es eher fragwürdig, ob der schwerbewaffnete Drogenpate sich im Hinterhof von der Polizeimarke eines Zivilpolizisten beeindrucken lassen würde.

Wahrscheinlich stand die Idee Battlefield Hardline schon von Beginn an unter einem schlechten Stern. Wie will man auch gleichzeitig die typische Zielgruppe befriedigen und einen Krimi in der Tradition von The Wire erschaffen? So hochgelobt die HBO-Serien sind – es ist Nischenfernsehen. Diese Extreme zu mischen, stellt die Entwickler vor eine unüberwindbare Hürde. Blenden wir den Story-Modus nämlich aus, funktioniert das Konzept wieder größtenteils. Sicherlich erinnern die großen Online-Kämpfe eher an Bürgerkriege als an die Arbeit von Polizisten, aber Spaß hatte ich dennoch. Wieso also nicht den Online-Modus perfektionieren und den Story-Modus verabschieden? Oder abwechselnd ein Multiplayer- und ein Singleplayer-Battlefield entwickeln?