Bin ich hier der Depp 197x300 Bin ich hier der Depp – Arbeitswahnsinn in Buchform
Es gibt Bücher, die sollte man als Berufseinsteiger lieber nicht lesen. Nicht weil sie schlecht sind oder nicht hilfreich, sondern weil sie abschrecken. Bin ich hier der Depp Bin ich hier der Depp – Arbeitswahnsinn in Buchform schafft eigentlich genau das – es legt da, wieso das Leben als Arbeitnehmer häufig das Letzte ist und man sich als Praktikant eigentlich gleich einsargen kann. Tolle Aussichten, wenn man davor steht, in diese unglaublich böse und grausame Arbeitswelt entlassen zu werden. Wer schon etwas länger dabei ist und sich an den Alltag gewöhnt hat, der wird vielleicht eher Spaß mit dem Buch haben.

Bin ich hier der Depp Bin ich hier der Depp – Arbeitswahnsinn in Buchform ist nämlich absolut witzig geschrieben und verpackt die allzu grausige Realität in zum Teil witzige und zum Teil erschütternde Anekdoten. Arbeitnehmer erkennen sich in vielen Situationen vielleicht wieder – Berufseinsteiger merken mit jeder Seite eigentlich nur, dass sie lieber wieder in ihre gut behütete Schule/Uni zurück wollen. Glücklicherweise kommen im zweiten Teil des Buches dann auch Lösungsansätze, wie man dem „modernen Sklaventum“ entgegenwirken kann. Vielleicht wäre hier eine leichte Durchmischung angenehmer gewesen. So wird einem eigentlich ein halbes Buch lang nur immer wieder gesagt, wie schlecht die Welt doch ist, bevor man – bereits total demoralisiert – auch auf Lösungen gestoßen wird. Es ändert allerdings nichts daran, dass der Autor Martin Wehrle mit seinem pointierten Schreibstil gut zu unterhalten und zu fesseln weiß.

Dieser Schreibstil und die gesunde Prise Humor, mit der Wehrle den Themen in Bin ich hier der Depp Bin ich hier der Depp – Arbeitswahnsinn in Buchform begegnet, ist aber auch bitter notwendig. Hätte man all diese realen Ungerechtigkeiten einfach trocken und bierernst erzählt, könnte man wohl kaum ein ganzes Buch mit dieser Thematik durchhalten. So liest man aber gerne auch das gesamte Buch durch und hofft nur, dass es bei den eigenen Festanstellungen später einmal besser aussehen wird. Oder freut sich, dass der eigene Job gerade nicht solch eine Sklaventreiberei ist. Oder nimmt das Buch als das, was es irgendwo dann doch ist – als Ratgeber, für gestresste Arbeitnehmer.