Dick gegen Doof 200x300 Dick gegen Doof   Unnützes Wissen mit Quartett Charakter

Als kleine Rubrik in der Zeitschrift NEON hat es angefangen und sich mittlerweile zu einer eigenen Art Buchgenre gemausert. Sicherlich gab es schon vorher Sammlungen von ungewöhnlichen Fakten, aber spätestens, nachdem die NEON-Redaktion 2008 mit ihrem „Unnützes Wissen“-Buch erstmals die Bestseller listen stürmte, hatte der deutsche Leser Blut geleckt. Seitdem sprießen Bücher zu dieser Thematik geradezu aus dem Boden – meistens schlicht als lose Sammlungen von Wissenshäppchen. Irgendwie gehört auch „Dick gegen Doof plus 99 neue Duelle“ in diese Kategorie, enthält aber doch eine kleine Idee, mit der es sich erfolgreich von der Masse abheben kann.

Dick gegen Doof ist bereits das zweite Buch der Autoren Sebastian Leber und Yvonn Barth in dem einhundert essentielle Duelle geklärt werden. Micky oder Donald? ARD oder ZDF? Helene Fischer oder Andrea Berg? Im Schnitt ziehen die Autoren für jeden Vergleich etwa zehn Kategorien heran und kommen so zu absolut objektiven Ergebnissen. So ist im Duell Geld gegen Liebe das Geld zwar schwerer fälschbar, dafür kann die Liebe in Kategorien wie der biologischen Abbaubarkeit punkten. Im Kampf des Himmels gegen die Hölle ist letztere zwar haushoch unterlegenen, kann aber immerhin mit einem sehr kulanten Türsteher punkten. Eben solche Vergleiche bietet jedes der insgesamt einhundert Duelle.

Immer wieder flechten die Autoren von Dick gegen Doof aber auch unnützes Wissen über das Leben von Stars oder Statistiken zum Alltag in ihr Buch ein. Sehr gut gefiel mir auch der Anhang, in dem zu jeder Doppelseite noch eine kurze Erläuterung mit einer zusätzlichen Kuriosität steht. Nicht jedes Duell ist dabei gleichwertig spannend, aber insgesamt bleiben einem doch viele interessante Vergleiche im Gedächtnis. Wer nach einem kurzweiligen Buch oder einem unverfänglichen, humorvollen Geschenk sucht, kann bedenkenlos zu Dick gegen Doof greifen. Man sollte aber keine tiefgründigen und langen Abhandlungen über die Vor- und Nachteile der einzelnen Duellanten erwarten – am Ende ist Dick gegen Doof eben nur ein lustiges Geschenkbuch, das den Anspruch hat zu unterhalten und nicht wissenschaftlich zu belegen.