Die 100 besten Spiele 189x300 Die 100 besten Spiele aller Zeiten   Wieso man Fußball liebt

Wer irgendwie damit liebäugelt einmal für eine Zeitung oder Zeitschrift schreiben zu wollen, wird sicherlich immer wieder aufs Neue von den Verkaufsentwicklungen geschockt. Nahezu bei jedem Printmedium geht es bergab. Nahezu? Ja, denn in den Irrungen des Fußballjournalismus gibt es ein Magazin, dass sich wacker Jahr für Jahr vergrößert. 11 Freunde ist ein außergewöhnliches Beispiel und hat sich mittlerweile zum Synonym für humorvolle und intelligente Sportberichterstattung entwickelt – es ist quasi das Feuilleton des Sportteils. Unter der Marke 11 Freunde erscheint aber nicht nur ein Magazin, sondern mittlerweile auch Bücher – wie „Die 100 besten Spiele aller Zeiten“.

Auf knapp 430 Seiten nimmt einen die Redaktion auf eine lehrreiche Reise durch die Fußballgeschichte. Präsentiert werden dabei, nach subjektiven Kriterien ausgesucht, einhundert Spiele, von denen der gute Fan gehört haben sollte. Immer vier Seiten Platz hat jedes Spiel, auf denen eine Grafik, ein Spielberichtsbogen und zwei Seiten Text folgen. Sehr gut gelungen ist auch der Start, in dem verschiedene Berühmtheiten erzählen, welches ihr ganz persönliches Lieblingsspiel ist – darunter Spiele wie SC Jülich 1910 gegen TSV Mark-Hüls bei Sönke Wortmann. Nach diesem emotionalen und mitreißenden Einstieg geht es dann zur Sache und das Ranking wird von Platz 1 bis 100 durchdekliniert.

Eine Kleinigkeit, die mich ärgert – man hätte doch ohne Probleme den Platz 100 als erstes und den ersten Platz als Finale einbauen können, denn andersrum verliert das Buch immer mehr an Fahrt über die Zeit. Den die aller verrücktesten Aufholjagden oder historisch wichtigsten Spiele sind natürlich auf den vorderen Plätzen schon abgefrühstückt. Für gerade einmal zehn Euro ist das Buch fast ein Muss für jeden Fußball-Fan. Gerade nach einem trüben 0:0 im Tabellenkeller der Bundesliga lohnt es sich durch „Die 100 besten Spiele aller Zeiten“ zu blättern und so die faszinierenden Seiten des Sports sich vor Augen zu führen.