51Nn v2nm1L 210x300 Glee Staffel 4   Neue Gesichter, Altes Prinzip

Ja, ich bin definitiv nicht die Zielgruppe von Glee – nicht einmal annähernd. Kleine Mädchen stehen aber schmachtend vor dieser Serie, ihren Charakteren und vergöttern Glee regelrecht. Wieso? Nachdem ich mir jetzt zahlreiche ältere Folgen und die vierte Staffel angesehen habe, kann ich es immerhin teilweise verstehen. Einen ganz erheblichen Beitrag hat dabei die ursprüngliche Charakterzusammensetzung. Figuren wie Rachel, Karl oder Britney sind nicht nur sehr sympathisch, sondern brechen auch mit dem ein oder anderen US-Tabu. Teenagerschwangerschaft, Homosexualität, Waffenverbote – alles Worte, die man von den amerikanischen Jugendlichen vielerorts fernhalten möchte.

Mir beinahe wichtiger sind aber die Lieder – Glee ist auf den ersten Blick eine TV-Version von High School Musical, denn auch hier wird an allen Ecken und Enden irgendwie gesungen. Es ist aber definitiv abwechslungsreicher! Auch wenn mir das ein oder andere Arrangement nicht unbedingt gefällt – diese Menge an Liedern in kürzester Zeit einzustudieren und wirklich fehlerfrei einzusingen ist beachtlich. Genauso beachtlich ist der Bildungseffekt von Glee. Ja, viele Kinder glauben, dass die meisten großen Klassiker von Glee stammen und nicht gecovert wurden. Aber immerhin kennen und mögen sie die Stücke jetzt!

Nun aber noch einmal zur vierten Staffel. Nachdem ein großer Teil der Sympathieträger in der dritten Staffel ihren Abschluss gemacht haben, musste der Cast mit neuen, leider etwas farbloseren Gesichtern aufgefüllt werden. Anders als bei Serien wie Scrubs, hat man aber die Neuen nicht ganz allein gelassen. Auch wenn sie nicht mehr im Glee Club sind, bleiben Rachel und Kurt die Stars der Sendung. Wenn sie sich nicht in der Schule befinden, greift die Serie halt neue Themen auf – so einfach ist das. Storytechnisch reißt es mich wirklich nicht mit – viel Teeniedrama, das meiste sehr erwartbar, aber ja auch nicht schlecht. Glee kennt seine Zielgruppe, setzt sich mit deren Problemen auseinander und vermittelt dabei noch viel gute Musik – eigentlich doch wirklich löblich!