Hauptsache die Chemie stimmt 211x300 Hauptsache die Chemie stimmt – Helf dir selbst, nimm Drogen!
Was wäre, wenn Walter White am Ende von Breaking Bad geheilt und steinreich gewesen wäre? Wieso hat Gott zu Adam und Eva nicht „Hey, das mit dem Apfel war nicht so toll, aber ich will euch trotzdem belohnen“ gesagt? Irgendwie so kam ich mir beim Ansehen von Hauptsache die Chemie stimmt vor. Der Film, der hierzulande nicht den Umweg über die große Leinwand macht, sondern direkt fürs Heimkino kommt, tut sich nämlich mit einer vernünftigen Botschaft irgendwie schwer.

Dem Apotheker Douglas Varney ist sein Leben einfach über. Er arbeitet viel in der übernommenen Apotheke, kommt aber gerade so über die Runden, er hat einen etwas störrischen Sohn und einen Albtraum von einer Frau. Eigentlich hangelt er sich nur von Arbeitstag zu Arbeitstag. Als er dann auf einer Medikamentenausfahrt die Millionärsgattin Elizabeth Roberts kennenlernt, dreht sich sein Leben um 180 Grad. Sie zeigt ihm auf, dass er doch „direkt im Bonbonladen arbeitet“ und sich mit hausgemachten Drogen alle Probleme lösen lassen. Dort beginnt dann eine Komödie, die über insgesamt 79 Minuten so dahinplätschert. Manche Szenen sind erwartbar, andere ziemlich abstrus, aber nichts haut einen wirklich aus dem Hocker. Auch das gesamte Ensemble ist durch und durch von Klischees getränkt. Jeder füllt da den typischen Part aus. Was ich mich aber im Laufe des Films immer mehr fragte – wie kommen die da bitteschön raus?

[Achtung – Schwere Spoilerzone]
Douglas bekommt durch die Drogencocktails im Laufe des Films immer neue Erfolgserlebnisse und schwebt auf Wolke 7 – gleichzeitig kommt ihm langsam aber sicher die Drogenfahndung auf die Schliche. Könnte hier tatsächlich der Held am Ende einfach mal im Gefängnis landen und sein gesamtes Leben den Bach runter gehen? Ich hätte solch ein Ende mutig und toll gefunden. Aber nein, wie bei einer standardisierten Hollywood-Komödie muss sich alles zum Guten wenden. Durch abstruse Zufälle entgeht Douglas Varney jeglichen Konsequenzen und steht am Ende als absoluter Gewinner da – mutig und gestählt durch Drogen! Dass die Erzählerin am Ende dann noch das Fazit „Manchmal muss man sich eben selbst helfen“ zieht, brachte mich dann wirklich schon zum Schmunzeln. Wäre es satirischer und bissiger hätte ich so ein Ende vielleicht verstanden, aber irgendwie will ich so den Film nicht verstehen.