41mxz6CLouL 210x300 House of Cards   Nur echt mit dem Union Jack
Bevor ich die britische Version von House of Cards vor Kurzem in der Releaseliste entdeckt habe, wusste ich ehrlich gesagt nicht einmal, dass die Serie kein US-Original ist. Nein, auch dieses Konzept stammt aus dem Fundus des BBC – wie so viel Qualitätsfernsehen. Das britische House of Cards stammt aus den 90er Jahren und basiert auf dem Roman von Michael Dobbs, der selbst in leitender Stellung die Geschicke der britischen Politiker verfolgte. Nach dem Rücktritt von Margret Thatcher ergibt sich eine Art internes Machtvakuum, in das zu viele konservative Politiker gerne eindringen würden. So auch der Strippenzieher Francis Urquhart, der sein Handwerk als Schattenmann bravurös beherrscht.

Während das amerikanische Pendant etwas rabiater vorgeht, ist Urquhart ganz britischer Gentleman, hält sich nach außen zurück, um intern nur noch intriganter zuzuschlagen. Zudem ist dieses Format als Mini-Serie wunderbar, um die Charakterentwicklung darzustellen. Während man den konservativen Protagonisten von House of Cards am Anfang noch wirklich gewieft und sympathisch findet, ist man gen Ende einfach nur noch schockiert.

Diese ganzen Intrigen sind so durchdacht, wirken so real – man überlegt sich wirklich in jeder zweiten Szene, was hier nun wirklich aus den Erfahrungen des Autors stammt und was er sich dazugedichtet hat. Auch mit den beiden nun im Handel erhältlichen Staffeln von House of Cards muss ich wieder unterstreichen, wie sehr das britische Fernsehen dem deutschen überlegen ist.