HSV Abstieg 300x298 HSV Abstieg – Ja, Nein, Vielleicht?
Dass der erste Text meines Blogs, der sich wirklich ausschließlich um Sport dreht, sich mit dem HSV Abstieg beschäftigen würde, hätte ich vor einem halben Jahr auch nicht gedacht. Noch ist es ja zum Glück nicht so weit, aber wirklich viel Hoffnung kann man sich auch im Moment nur schwer aus den Fingern saugen. Vieles erinnert mich daran an den 2010er-Abstieg von Hertha BSC Berlin, denn hier liegen keine Probleme vor, die ein Trainerwechsel auf die Schnelle lösen könnte. Hier stinkt der Fisch vom Kopfe her, wie man so schön sagt. Der Kader ist überteuert und unmotiviert, der Aufsichtsrat stiftet nur Chaos, der Sportchef zu kurz im Amt – seitdem Beiersdorfer gegangen ist, ging es mit dem Traditionsverein eigentlich kontinuierlich abwärts.

Jetzt steht man vor dem über Jahre mühsam aufgetürmten Scherbenhaufen und hofft, dass ein Magath vielleicht das Ruder herumreißen kann. Wieso? Ob dass der Mannschaft neuen Elan verleiht, bezweifle ich mittlerweile sehr stark. Auch wenn es für der HSV Abstieg für einen Fan wohl das Schlimmste wäre, sieht es im Moment tatsächlich nach einer akzeptablen Option aus. Man könnte den Verein wieder aufbauen, man wurde einen Kahlschlag im Kader machen – eine Chance für eine so radikale Umstrukturierung bekommt man wohl sonst nicht. Eigentlich ist ein Abstieg ja auch nicht immer ein Weltuntergang, aber allein wegen der Zelebrierung als Bundesligadino wäre es in Hamburg das pure Grauen. Die Häme des Restes der Bundesliga, wenn die Stadionuhr abgehängt wird, kann man als Fan sicherlich nur schwer verkraften.

Also doch lieber Kämpfen, den Problemen ins Auge blicken und auch in der ersten Bundesliga den Verein radikal Umkrempeln. Spieler wie Kacar oder so braucht solch ein Verein einfach nicht mehr – jetzt muss man erst einmal kleine Brötchen backen und sich an den Kadern von Freiburg, Augsburg oder Nürnberg orientieren. Wirklichen Respekt habe ich daher auch vor der Aktion „Die 5 Gebote im Abstiegskampf“, die von den Miniaturwunderland-Besitzern ins Leben gerufen wurde. Egal wie mies die Spieler nun spielen – sie auszupfeifen bringt keinen voran. Eher demoralisiert man die Spieler nur immer weiter und ehe man sich versieht, ist der HSV Abstieg Realität. Also kein Pfeifen, sondern alle 10 Minuten aufstehen und so laut es geht die Spieler anfeuern – egal wie es steht! Gegen Hertha wurde die Aktion am Ende durch eine Reihe bekloppter und durchgedrehter Fans stark beschädigt – beim Bayernspiel gibt es die nächste Chance. Wenn schon Absteigen, dann wenigstens mit erstklassigen Fans!