91JQQY+RvxL. SL1500  252x300 Infamous Second Son   Die PS4 lebt doch

Schon jetzt hat die PlayStation 4 definitiv einen Preis verdient – sie ist die Konsole mit dem miesesten Verhältnis zwischen Toptiteln und Verkäufen. Während Sony die Wii U mittlerweile schon abhängen konnte, musste man ewig auf den ersten, interessanten Exklusivtitel warten. Knack war neu aber uninspiriert, Killzone war nur grafisch eine Wucht und Titel wie Driveclub sind noch in der Warteschleife. Im März ist nun aber der erste Systemseller erschienen – Infamous Second Son. Oder?

Mit Second Son geht die Infamous-Reihe nun schon in die dritte Auflage. Nachdem die Grundidee der letzten beiden Teile durchaus gut waren, die Spiele letztlich aber doch etwas fad blieben, will man mit dem dritten Teil nun den ganz großen Wurf landen. Die Gestaltung der Spielwelt ist dabei schon einmal sehr gelungen. Gelegentliche Grafikeinbußen stören das Next-Gen-Gesamtbild nicht im Geringsten – hier sieht man deutlich, dass in den neuen Konsolen auch mehr Power steckt. Auch das Gameplay mit den übernatürlichen Fähigkeiten unseres Protagonisten weiß zu überzeugen – ein Punkt hielt mich letztlich aber doch davon ab, das Spiel voll und ganz zu genießen.

Leider ist Infamous Second Son meiner Meinung nach erzählerisch sehr schwach ausgefallen. Zu Beginn braucht es unglaublich lange, bis ich überhaupt ein Interesse für die Charaktere und ihre Geschichte aufbaue. Was ist ein größerer Motivationskiller, als eine fade Geschichte? Glücklicherweise pendelt sich die Geschichte nach einigen Spielstunden besser ein und nimmt etwas an Fahrt auf – einen Großteil der Spieler hat Infamous Second Son bis dorthin aber sicherlich bereits verloren. Insgesamt ist der Titel dennoch das stärkste Spiel für die junge Sony-Konsole. Man muss sich die PlayStation 4 für dieses Spiel definitiv nicht holen, aber wenn sie schon zuhause verstaubt, kann man mit Infamous doch ein bisschen Spaß haben.