81UYe t1WNL. SL1500  211x300 Last Vegas – Nur ein Senioren Hangover?

Spätestens mit dem dritten Film hat sich das Hangover-Prinzip wirklich ausgelutscht. Eigentlich bietet sich ja kaum ein Film weniger für eine Fortsetzung an, als diese Geschichte, rund um einen einmaligen Junggesellenabschied. Während man mit weiteren Fortsetzungen also keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, gibt es ja noch eine zweite Option – den Ansatz behalten und auf einen anderen Cast übertragen. Ist Last Vegas nun also nur eine Art Hangover-Spin-Off? Eher nicht, auch wenn die Trailer es einem vorgaukeln wollen.

Ehrlich gesagt ist Last Vegas an keinem Punkt so verrückt wie Hannover, kann dafür aber auch mal den ein oder anderen ernsteren Ton anschlagen. Irgendwie haut einen die Geschichte aber nicht von den Socken. Alles ist etwas vorhersehbar und dümpelt eben so vor sich hin. Kein schlechter Film – kein großartiger Film – einfach grundsolide. Dennoch kann ich guten Gewissens empfehlen, sich den Film anzusehen, denn alles was die Autoren vielleicht nicht hinbekommen, gleicht der wirklich grandiose Cast aus.

Last Vegas ist ein Paradebeispiel dafür, dass ein Cast allein einen Film stückweit aus der Mittelmäßigkeit heben kann. Dieses Schwanken zwischen Las Vegas Stimmung und den Gebrechen älterer Herren werden von De Niro, Douglas, Freeman und Co grandios dargestellt und die Anspielungen auf ihr Alter sind die einzigen Gags die wirklich zünden können. Hier hebt sich der Film nämlich von dem Hangover-Klon-Brei ab und entwickelt seinen eigenen Charme mit den eigenen Problemen und den eigenen Geschichten. So bleibt Last Vegas für mich ein klassischer VoD-Film – für einen Abend ist es eine nette Unterhaltung, aber man muss ihn sich nicht unbedingt ins Regal stellen.