MC Fitti Geilon Cover 300x300 MC Fittis #Geilon – Ich fahr zur Ostsee und du nur nach China
MC Fitti. Er reitet auf Delfinen, fährt in seiner Hipster-Glitterwelt Club Mate schlürfend einen VW Golf, um ihn herum tanzen Girls in Flamingokostümen, bevor er sich in seine Corner chillt und eine leckere Metttorte verputzt. Deutschlandweit wurde der Rapper mit seinem Sommerhit 30 Grad mit Miami-Vice-Sound und -Video bekannt und hat Money Boy als deutschsprachiges Youtube-Rapphänomen den Rang abgelaufen. Mit einem kleinen Unterschied: MC Fitti kann man sich auch über längere Zeit anhören, ohne einem spontanen Brechreiz zu verfallen.

In seinem vor wenigen Wochen erschienenen Debüt-Album spielt er nun fast 60 Minuten lang immer wieder mit Klischees der Berliner Hipsterszene. Die wichtigste Erkenntnis für mich war nach dem ersten Durchhören, dass der MC auf Albumlänge leider doch anstrengend werden kann, drehen sich seine meisten Lieder doch immer um die gleiche Grundidee. Gerade Liedern wie Penn in der Bahn oder WG Party fehlen leider das gewisse Etwas. Besonders gut wird MC Fitti, wenn es besonders trashig wird. „Du willst so sein wie Fitti“ oder „Schnelle Ponys“ haben einen trashigen Beat, richtig schlechte/nicht existente Reime und einen schön klischeehaften Refrain. Was will man mehr?

Besonders gut funktionieren auch die Zusammenarbeiten mit Moonbootica (Fancy), Felix Brummer von Kraftklub (It Boys) und Marsimoto (18 Zoll). Gerade die Autotune-Sounds von Marsimoto fügen sich 1:1 in den MC-Fitti-Stil ein. Besonders bekloppt wird es mit dem Aerobic-Skit, in dem MC Fitti uns auffordert mit den Armen das Ostkreuz oder den Roflcopter zu machen – für mich das endgültige Indiz, dass er seine ganze Masche nicht ernst meint. Die wirklichen Highlights sind aber immer noch die bereits erschienenen Hits 30 Grad und Whatsapper. Auf die Idee, ein Lied über eine iPhone-App zu machen und dieses dann mit Samples aus der App anzureichern, muss man erst einmal kommen.

Ehrlich gesagt bin ich mir kein Stück sicher, ob der Berliner hinter seinem Rauschebart die ganze Hipsterwelt nur auslacht oder ob er doch der König von ihnen ist. Jedenfalls hat er seine Anhängerschaft, die ihn frenetisch feiert und kassiert so nicht nur einige Youtube-Klicks, sondern auch gute Verkaufszahlen für sein Debüt-Album #Geilon. Und solange man ihn sich in kleinen Dosen gibt, kann man ihn nicht nur ertragen, sondern auch über seine Kombination aus Sound und Text schmunzeln.