Steve Jobs Hippie Milliardär 300x201 Steve Jobs Hippie und Milliärder   Religionsführer
Spätestens nachdem ich Steve Jobs’ Rede vor den Stanford-Absolventen des Jahrgangs 2005 sah, begann mich dieser Mann ungemein zu faszinieren. Nicht nur wegen seines Kampfes gegen den Tod und seiner Produkte. Steve Jobs machte einfach absolut alles, was er anfasste zu Gold und hatte eine sehr eigene Sicht auf das Leben. Daher war ich auch sehr gespannt, ob mir die BBC-Dokumentation Steve Jobs – Hippie und Millionär überhaupt neue, interessante Erkenntnisse bringen könnte.

Der grobe Werdegang des Apple Gründers ist ja bereits hinlänglich bekannt. Dass man – wie es bei BBC-Dokus typisch ist – auf den Wechsel zwischen produzierten Filmsequenzen und Interviewbeiträgen setzt, hat mir sehr gut gefallen. Und es gab einige Personen, die Steve Jobs in seinem Leben beeinflusst, beeindruckt und ausgenutzt hat. Kaum eine Person der letzten Jahrzehnte hat den Titel Visionär tatsächlich in dem Maße verdient, wie Jobs es tut. Er hat die Musikindustrie, die Filmbranche, die Spieleindustrie, den PC-Markt, die Handys, die Erfindung des Internets, den Animationsfilm – ja, eigentlich jeden Bereich der Unterhaltungsindustrie beeinflusst und maßgeblich verändert. Wenn gleich sich Steve Jobs – Hippie und Milliardär mit der Person Jobs befasst, liegt der Fokus eigentlich doch ganz eindeutig auf seinem beruflichen Werdegang. Es ist meiner Meinung nach aber auch schon schwer genug, das unglaublich vielfältige Leben in eine 50-Minuten-Dokumentation zu verpacken. Einerseits ist sie so sehr kurzweilig, aber andererseits hätte ich auch gut und gerne die doppelte Länge vertragen.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Vergleich des Films, in dem die religiösen Züge von Apple dargestellt werden – absolut schlüssig, wenn man einmal drüber nachdenkt. Es gibt Jünger (die Kunden), heilige Gegenstände (die Apple-Geräte), geweihte Tempel (die Apple-Stores), Priester (die Genius-Bar-Mitarbeiter) und letztlich den Messias an der Spitze. Auch wenn ich die Apple-Produkte nicht stoisch verteidige, habe ich mich aber mittlerweile an die benutzerfreundliche Oberfläche und die Schlichtheit gewöhnt. Es bleibt nur zu hoffen, dass Apple auch ohne den Kopf der Religion weiter Erfolg haben kann. Es wurde nämlich auch in dem Film klar, dass es der Firma eigentlich nur mit Steve Jobs gut ging. Wirklich bahnbrechende Ideen hat es ja leider nach dem Tod Jobs’ in dem Unternehmen auch nicht gegeben.