Weekend Am Wochenende Rapper 300x300 Weekends Am Wochenende Rapper – Vom VBT zum Selbstangriff
Sollte ich meine Lieblingsrapper aufzählen, würde mit Sicherheit auch Weekend auf den ersten Plätzen erscheinen. Der über die jährlich bei YouTube laufenden VBT-Turniere bekannt gewordene Sozialarbeiter Christoph Wiegand, hat mit seinen Youtube-Videos eigentlich ausnahmslos überzeugt. Kein Wunder, dass er so bis heute der einzige komplett ungeschlagene Turnierteilnehmer ist. Nun ist er erstmals außerhalb seiner Heimat, dem Battelrap, unterwegs und versucht auf CD-Länge zu überzeugen. Während dieser Sprung bei einigen seiner Kollegen eher missglückt ist, kann man Weekend zu einer wirklich ordentlichen Platte gratulieren – die aber keineswegs perfekt ist!

Gegen was soll ein Battlerapper ohne Ziel rappen? Klar, sich selbst. Eine durchaus witzige Idee für 1-2 Lieder – eine ganze CD hält man mit dieser Masche allerdings nicht aus. So ist das größte Manko an Am Wochenende Rapper die thematische Eintönigkeit. Die stärksten Stücke sind die, in denen Weekend nicht gegen sich selbst rappt. Lieder wie Muskeln sind hässlich, Schlechter Star oder Unbedacht sind leider textlich absolut vorhersehbar. Auch die Beats reißen dort nichts heraus. Besser macht es zum Beispiel das bereits im Vorfeld veröffentlichte Schatz, du Arschloch, bei dem der Beat ins Ohr geht und der Text mit viel Witz glänzt. Ganz stark sind auch die Features. Edgar Wasser, Dobbo und eMKay fügen sich perfekt in die CD ein und zeigen mit z.B. beziehungsweise Einer für Alle ihr Können. Sehr gut gefällt mir auch die Idee mit Einer für Alle Featuregäste gegen Weekend rappen zu lassen und mit dem Titel Rolf dann einen der Angriffspunkte wieder aufzugreifen – also quasi eine kleine Mini-Rückrunde.

Zum Schluss muss man die Kritikpunkte auch nochmals relativieren. Auch wenn Weekend im Internet kein unbeschriebenes Blatt ist und einige sehr erfolgreiche Videos gemacht hat, ist Am Wochenende Rapper immer noch ein Debüt-Album. Nur weil man Wiegand halt schon länger als hervorragenden Battlerapper kennt, sind die Erwartungen ins Unermessliche gestiegen. Weekends erste CD ist zwar sicherlich kein Meisterwerk, kann man sich das Album gerne anhören und bei jedem Mal hören, gehen die klugen Texte weiter ins Ohr – und selbstverständlich muss sich ein Künstler mit dem Debütalbum ja noch Luft nach oben lassen.